350 Jahre Stadtrechte für Altona 1664 bis 2014

350 Jahre Stadtrechte – Altona hat Grund zum feiern

Ja, es gibt Städte in Deutschland, die sind sicherlich älter und haben bereits länger ihre Stadtrechte. Dennoch waren 350 Jahre Stadtrechte für Altona, heute ein Stadtteil bzw. Bezirk von Hamburg, ein großer Grund zu feiern.

Am 23. August 1664 war es, als der dänische König Friedrich III., der auch Herzog von Holstein war, Altona die Stadtrechte verlieh. Altona war erst 1647 mit Holstein-Pinneberg an das Herzogtum Holstein (und damit an die dänische Krone) gelangt.

Von diesen Zeitpunkt an prägten Glaubens- und Gewerbefreiheit die Stadt an der Elbe (Große Freiheit). 200 Jahre blieb Altona unter dänischer Oberhoheit. Das und die Nähe zu Hamburg tat Altona aber leider nicht immer gut. So wurde die Stadt während der dänischen Belagerung Hamburgs (1686) durch Hamburger Artilleriebeschuss stark zerstört.

Hier ein kleiner Überblick über die Geschichte Altonas, die allerdings schon weit vor 1664 und der Erteilung der Stadtrechte begann.

Geschichte Altona

Gegründet worden war Altona bereits im Jahr 1535 als Fischerdorf in Holstein-Pinneberg. Im Jahr 1640 kam Altona dann als Teil von Holstein-Glückstadt unter dänische Herrschaft, 1664 erfolgte dann die Erteilung der Stadtrechte durch den dänischen KÖnig Frederik III. (Friedrich). Altona war damals eine der wichtigsten Hafenstädte der dänischen Monarchie.

Warum eigentlich Altona?

Hamburg leitet sich von Hamaburg ab, in Frankfurt gingen die Franken über die Furt und Köln ist die abgekürzte Form von Colonia Claudia Ara Agrippinensium, die römische Kolonie wurde um 50 n. Chr. Nach dem römischen Kaiser Claudius benannt. Köln selbst bedeutet nicht mehr und nicht weniger als Kolonie. München ist die Stadt, in der einst Mönche leben. Und Altona? Die Stadt wurde um 1537 als kleine Fischersiedlung in der Grafschaft Pinneberg gegründet. Hier betrieb der damalige Fischer Lohe eine Rotbierkneippe (den Lohenkrug). Dieser fand sich wohl dort, wo heute die Straße Permölenbek langführt. In Hamburg gab es auch Wirte und die empfanden die Konkurrenz aus der Nachbarschaft als all to na (allzu nahe). Und aus all to na soll sich dann der Name Altona abgeleitet haben. Es gibt allerdings noch andere Erklärungsversuche für den Stadtnamen.

Übrigens: Bei Hamburg lässt sich das -burg zwar leicht herleiten, schließlich gab es hier wirklich einmal eine Festung, das Wort Ham- hingegen ist nicht ganz eindeutig. Es gibt zwei Erklärungen: Zum einen gibt es im mittelniederdeutschen das Wort hamme, dies bedeutet so viel wie umfriedetes Stück Weideland. Oder es kommt vom althochdeutschen hamm, dies bedeutet soviel wie Flussbiegung oder Landzunge.

Eisenbahn Hamburg-Altona-Kiel-Bahn

Im Jahr 1844 wurde dann die Eisenbahn von Altona nach Kiel, die Hamburg-Altona-Kiel-Bahn (dänisch Christian VIII Østersø Jernbane) eröffnet.

Große jüdische Gemeinde in Altona

Da in Hamburg lange Zeit die Zahl der in der Stadt lebenden Juden stark eingeschränkt wurde, entwickelte sich ab 1611 in Altona eine große jüdische Gemeinde. Graf Ernest von Schaumburg und Holstein-Pinneberg erteilte dann den aschkenasischen Juden (auch Aschkenasen, bezeichnen sich mittel-, nord- und osteuropäische Juden und ihre Nachfahren. Sie bilden die größte Gruppe im heutigen Judentum.) die erste Daueraufenthaltsgenehmigung. Die gemeinde wurde zu einem wichtigen Zentrum des jüdischen Lebens und der Wissenschaft. Nach dem Dritten Reich (1933 bis 1945) und dem Holocaust blieb davon fast nur die jüdischen friedhöfe übrig. (Jüdisches Leben in Altona)

Königreich Preußen

Die Kriege zwischen Dänemark und dem Deutschen Bund – der Erste Schleswig-Krieg (1848-1851) und der Zweite Schleswig-Krieg (Februar – Oktober 1864) – und die Gasteiner Konvention von 1864 führten zur Abtretung der Herzogtümer Schleswig und Holstein an die preußische und Lauenburg an die österreichische Verwaltung. Mit ganz Schleswig-Holstein wurde Altona 1867 Teil des Königreichs Preußen.

Cholera in Altona und Hamburg

Im Jahr 1871 wurde Altona, wie auch das nahe gelegene Hamburg, von der Cholera heimgesucht. 16 Todesopfer gab es in Altona. In Hamburg gab es im Jahr 1892 eine große Choleraepidemie, der letzte große Ausbruch dieser Krankheit inDeutschland. Aufgrund hamburgischer Besonderheiten hatte die Choleraepidemie von 1892 verheerende Ausmaße (Ausbruch im Sommer, warmes Flusswasser, niedriger Pegelstand der Elbe), keine Filteranlage für das Hamburger Trinkwasser). Und so kam es, dass in der Hansestadt, anders als im benachbarten Altona, das damals noch zu Preußen gehörte (hier gab es auch eine Sandfilteranlage für das Trinkwasser) weit mehr Menschen erkrankten als in der Großstadt. In der es auch noch viele ungesunde Kellerwohnungen gab und sich Menschen auf engem Raum ballten. Insgesamt waren während der Epidemie 16.956 Menschen erkrankt und 8.605[6] gestorben. Zur Erinnerung wurde bei der Eröffnung des Hamburger Rathauses im Innenhof der so genannte Hygieia-Brunnen aufgestellt.

Während der Weimarer Republik (1918 bis 1933) nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Ruhe in der Stadt Altona immer wieder durch Arbeiterstreiks und auch Straßenunruhen unterbrochen.

Die Inflation in Deutschland war ein großes Problem. Max Brauer, der Bürgermeister von Altona, wies 1923 an, dass das Stadtpersonal teilweise mit Gaszähler-Marken bezahlt werden sollte, da diese Münzen durch die Inflation nicht an Wert verloren.Das bemerkenswerteste Ereignis dieser Zeit ist der Altonaer Blutsonntag am 17. Juli 1932, bei dem mehrere Personen bei einer Demonstration von Nazi-Gruppen von der Polizei erschossen wurden. Nach Polizeirazzien und einem Sondergericht wurden Bruno Tesch und andere am 1. August 1933 für schuldig befunden und durch Enthauptung mit einer Handaxt getötet. Erst in den 1990er Jahren hat die Bundesrepublik Deutschland die Verurteilungen von Tesch und den anderen ermordeten Männern rückgängig gemacht und so ihre Namen rehabilitiert.

Seit 1937 gehört Altona zu Hamburg

Durch das Hamburger Gesetz wurde Altona 1937 aus dem Freistaat Preußen entfernt und 1938 mit der Freien und Hansestadt Hamburg zusammengelegt.

Einwohnerentwicklung Altona

Im Jahr 1537 waren es gerade einmal 60 Einwohner, die zu Altona gezählt wurden. Gut sechs Jahrzehnte später, 1600, waren es 250. Nun stieg die Zahl schnell an, 20 Jahre später waren es bereits 1500 Einwohner. Die Marke von 12.000 wurde wohl 1710 erreicht. Seit 1885 sind es bereits mehr als 100.000. Im Jahr 2016 waren es 270.000. Großstadt ist Altona seit 1884.

Einwohnerentwicklung Altona

Wappen und Flaggen Altona

Am 23. August 1664 erhob Friedrich III. von Dänemark Altona zur Stadt. Altona bekam damit auch gleich ein Wappen. Das Altona-Wappen zeigt ein Stadttor am Wasser mit offenem Tor, zuerst noch mit geöffnetem Fallgatter, das später weggelassen wurde. Es soll eine weltoffene Stadt an der Elbe symbolisieren. Die Farben Rot und Silber stehen für Holstein und Blau für die Elbe. Das Wappen wurde zuletzt 1904 vom preußischenKönig genehmigt.

Wappen Altona bis 1937.

Wappen Altona bis 1937.

Natürlich gab und gibt es auch eine Flagge dazu. Die Flagge ist rot und zeigt das Altona-Wappen in der Mitte:

Altona Flagge mit Wappen in der Mitte.