Groß-Hamburg schluckt Altona

Das heute Hamburg mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands ist, liegt nicht alleine am Bevölkerungswachstum. Das Groß-Hamburg-Gesetzt von 1937, mitten in der NS-Zeit, vergrößerte das Stadtgebiet erheblich. Allerdings bekam Hamburg nicht einfach Gebiete hinzu, es wurde mit Preußen getauscht.

Seit dem gehört auch Altona zu Hamburg. Hamburg bekam durch das Goß-Hamburg-Gesetz von 1937 folgende Städte und Gemeinden hinzu:

  • Altona (Stadt)
  • Wandsbek (Stadt)
  • Harburg-Wilhelmsburg (Stadt)
  • Billstedt (Gemeinde)
  • Lokstedt (Gemeinde)
  • Finkenwerder (Gemeinde)

Und weitere Gebiete.

Die Folge: Hamburg wuchs um 80 Prozent an Fläche und um 40 Prozent an Einwohnern.

Hamburg Karte 1905

Tausch von Gebieten im Groß-Hamburg-Gesetz

Allerdings musste Hamburg auch das eine oder andere Gebiet abgeben. So war Geesthacht bis dahin zu Hamburg gehörig ebenso wie die Gemeinden Schmalenbeck und Groß-Hansdorf. Außerdem verlor Hamburg Teile von Cuxhaven (das sogenannte Amt Ritzebüttel). Dort gehört Hamburg bis heute allerdings noch die Insel Neuwerk.

Ein solches Gesetz wie das Groß-Hamburg-Gesetz, wäre außerhalb der NS-Zeit kaum möglich gewesen. Denn die Eingliederung nach Hamburg bedeutete gerade für Altona einen spürbaren Eingriff in die Eigenständigkeit.

Aber auch politisch ändert sich einiges. So stand der Bürgermeister in der Zeit bis 1945 nicht mehr an der Spitze der Stadt Hamburg. Diese Rolle musste er dem Reichsstatthalter und Gauleiter Karl Kaufmann überlassen.

Was wurde mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 bezweckt?

Der Grund für das Gesetz, lag in der Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg. Das Gesetz war Teil des Vierjahresplans, der die wirtschaftliche Selbstständigkeit anstrebte und eine militärische Aufrüstung vorsah – entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrages von 1919. Mit der Umsetzung des Plans war Hermann Göring befasst.

Bis dahin war Hamburg gerade bei der Vergrößerung des Hafengebietes auf Grenzen gestoßen. Denn Harburg, Altenwerder, Wilhelmsburg, Hohe Schaar und Preußisch-Finkenwerder kamen hierfür bis dahin nicht in Frage.

Bestrebungen für eine Vergrößerung Hamburgs gab es bereits Jahrzehnte zuvor. Ein Vorschlag sah eine Vergrößerung des Stadtgebiets entlang der Elbe bis zur Nordsee vor. Auch bei diesem Vorschlag wäre Altona Teil Hamburgs geworden.

Zeitplan Groß-Hamburg-Gesetz

  • Erlassen: 26. Januar 1937
  • Wirksam: 1. April 1937
  • Abschluss der Umsetzung: 1. April 1938
  • Beginn 2. Weltkrieg: 1. September 1939

Das Groß-Hamburg Gesetz wurde nach dem 2. Weltkrieg bzw. Ende der Nazi-Zeit nicht zurückgenommen, Altona blieb bei Hamburg.

 

Julia

 

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