Große Freiheit in Altona

In Altona gibt es die Straße Große Freiheit. Heute verbinden wir damit Vergnügungen und allerlei Lustbarkeiten, allerdings hatte der Straßenname früher hiermit nichts zu tun. Mit Großer Freiheit war die Gewerbefreiheit gemeint, die es in Altona gab. Zu dieser Zeit war Altona noch selbständig, gehörte nicht zu Hamburg und hier mussten Handwerker, anders als in der großen Nachbarstadt keiner Zunft angehören, um ihren Beruf ausüben zu können. Und da Zünfte nicht jeden aufnahmen (oder sich die Aufnahme auch versilbern ließen) war die Große Freiheit in Altona doch etwas sehr besonderes.

Große Gewerbefreiheit

Noch heute zeigen mehrere alte Grenzsteine an, wo Altona endet und Hamburg begann (oder Hamburg endete und Altona begann). Die Große Freiheit ist eine Seitenstraße zur Reeperbahn/Nobistor. Sie beginnt am Beatles-Platz.

Große Freiheit Nr. 7

Große Freiheit Nr. 7 ist ein Spielfilm mit Hans Albers. Und 1996/97 gab es eine Fernsehserie des ZDF mit dem Titel Große Freiheit.

Straßennamen in Hamburg

Es gibt in Hamburg so einige Straßennamen, die aus heutiger Sicht absonderlich scheinen. Und häufig, wie bei der Straße Große Freiheit, ist auch Geschichtswissen von Nöten, um den genauen Hintergrund zu wissen. Hier noch einige Straßennamen und ihre ursprüngliche Bedeutung:

Schulterblatt

Hier gab es früher (17. Jahrhundert) einen Kneipenwirt, der bei einem Seemann das Schulterblatt eines Wals bestellte und dieses dann als Wahrzeichen seiner Wirtschaft nutzte. Bey dem Schulter Blat gab dann später den Namen der Straße. Die Straße wurde dann 1841 in Schulterblatt umbenannt. Die Straße Schulterblatt findet sich in den Stadtteilen Sternschanze und Eimsbüttel. Sie gilt heute als Kern des Schanzenviertels. Sie ist entstanden aus der Landstraße nach Eimsbüttel und lag im Grenzgebiet zwischen Altona und Hamburg.

Übrigens: Das Wirtshaus Beim Schulterblatt (vom Volksmund ab ca. 17000 so genannt) fand im Jahr 1717 auch Erwähnung im Altonaer Grundbuch.

Schlump

Der Straßenname Schlump fällt fast sofort ins Auge, natürlich liest man als nicht Hamburger gerne auch Schlumpf. Mit den blauen Gestalten, den Schlümpfen, hat der Schlump aber nichts zu tun und es handelt sich auch nicht um eine Straße, sondern um eine Gegend in Hamburg-Eimsbüttel. Schlump leitet sich ab von der Flurbezeichnung Up den Slump, einer niederdeutschen Bezeichnung, Slump bedeutet dabei nichts anderes als Schlamm. Das Gebiet liegt im Südwesten Eimsbüttels. Im Süden grenzt es an den Sternschanzenpark und wird teilweise zum Schanzenviertel gerechnet. Im Osten grenzt es an den Grindel, einige Fakultäten der dortigen Universität haben hier ihre Lehrgebäude.

Hühnerposten

In Hamburg-Hammerbrook findet sich eine 150 Meter lange Straße mit dem Namen Hühnerposten. Früher lag der Weg außerhalb der Stadt Hamburg. Warum diese Straße Hühnerposten genannt wird, darüber gibt es zwei Deutungen. Zum einen soll es hier einen vorgeschobenen Wachposten gegeben haben, wegen der ländlichen Lage außerhalb der Stadt dann der Name Hühnerposten. Zum anderen gibt es die Theorie, dass es hier im 17. Jahrhundert ein Wirtshaus gegeben haben soll. Wegen dem Treiben der Bewohnerinnen, die beim Tanz bunte Röcke fliegen ließen, wurde dies dann zum Hühnerposten.

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