Jüdisches Leben in Altona

Stattreisen Hamburg bietet einen sehr interessanten Rundgang durch Altona mit dem Titel: Jüdisches Leben in Altona (mit einem Besuch des Friedhof Königstraße). Ich habe den Rundgang im Sommer 2020 absolviert und kann sagen, dass es sich für alle lohnt, die Interesse an der Geschichte Hamburgs haben und insbesondere auch an dem Leben jüdischer Bürgerinnen und Bürger in Altona. Hier in Altona, vor den Toren Hamburgs (Altona gehörte nicht immer zur Hansestadt) gibt es zahlreiche Zeugnisse jüdischer Kultur in Norddeutschland. Interessant auch der Besuch des jüdischen Friedhof an der Königsstraße, der etwas ganz besonderes ist, finden sich hier doch sephardische und aschkenasische Grabstellen. Bestattungen wurden hier zwischen 1611 und 1877 durchgeführt. Die Sephardischen Juden stammten aus Spanien-Portugal (Iberische Halbinsel), die Aschkenasim aus Mittel- und Osteuropa.

Die ersten aschkenasischen Juden siedelten sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Altona an. Das Generalprivileg von 1641 war ein wichtiger Schritt für die sich hier befindlichen jüdischen Gemeinde.

Rundgang jüdisches Leben in Altona

Hier einige Punkte vom Rundgang, er war sehr interessant, es sind die Punkte, die mir besonders gut in Erinnerung geblieben sind.

  • Los geht es am Bahnhof Hamburg-Altona. Dort gibt es eine kleine Einführung und einen kurzen Überblick über die Geschichte des Friedhofs dort. Dieser wird, da inzwischen bebaut, nicht besucht.
  • Weiter geht es dann zum Gedenkstein für die 1938 deportierten polnischen Juden in Altona (Ausgang Paul-Nevermann-Platz, etwas versteckt).
  • Gezeigt und erklärt wird auch Black Form, dieses Denkmal liegt in direkter Sichtweite des Altonaer Rathauses. Es handelt sich um einen schwarzen Block, geschaffen vom US-amerikanischen Künstler Sol LeWitt. Der schwarze Quader erinnert an die Zerstörung der jüdischen Gemeinden durch die Nationalsozialisten. Dazu gehört die Inschrift: Das Denkmal ist gewidmet den Juden, die Altona für immer fehlen.
  • Der Rundgang geht zwei Stunden. Es gibt dabei leider kaum Möglichkeiten sich auch einmal auszuruhen.
  • Da der Friedhof besucht wird, sollten Männer unbedingt eine Kopfbedeckung dabei haben. Und auf diesen Rundgang ist es damit auch nicht möglich, einen Hund mitzubringen. Bei dem Besuch im Grindelviertel hatte ich meinen Vierbeiner mit, was problemlos geklappt hat. Auf einen Friedhof ist es selbstverständlich, dass der Hund besser zu Hause bleibt. Anbinden vor dem Friedhof ist keine Option, da dort eine vielbefahrene Straße ist.
  • Der Friedhof hier ist der älteste jüdische Friedhof in Hamburg (über 400 Jahre alt, seit 1937 bei Hamburg).

Nach dem spannenden und informativen Rundgang durch Altona sind wir dann Richtung Landungsbrücken gelaufen um dort noch eine Kleinigkeit zu essen.

400 Jahre Friedhof vs. 350 Jahre Altona

Der jüdische Friedhof in Altona ist älter als 400 Jahre, gleichzeitig feierte Altona eben erst eine 350 Jahr feier. Altona gibt es natürlich schon deutlich länger als 350 Jahre, gefeiert wurden 350 Jahre Stadtrechte: Am 23. August 1664 verlieh der dänische König Friedrich III. Altona die Stadtrechte; dieses Privileg umfasste unter anderem Zoll-, Stapel- und Gewerbefreiheiten sowie Gerichtshoheit. 350 Jahre Altona.

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