Ohne Not geht keiner zu den Fischen

Ein Stadtteil im Bezirk Altona ist Ottensen mit heute 35.000 Einwohner. Früher war dieser Stadtteil ein großer Industriestandort, heute wird hier gerne gewohnt. Im Hohenesch 62 war früher eine Fischräucherei und in Richtung Elbe liegen heute noch die Fischauktionshallen. Und so gab es hier früher auch bis zu 100 fischverarbeitende Betriebe, 40 Prozent aller Fischkonserven kam in den 1920er Jahren von hier.

Dafür mussten Fische aber auch verarbeitet werden: Enthäutet, entgrätet, ausgeweidet und am Ende auch eingedost. Eine nasse und kalte Arbeit, schmutzig dazu noch und immer mit Fischgeruch in der Nase.

Ohne Not geht keiner zu den Fischen.

Und so etablierte sich im Volksmund:

Ohne Not geht keiner zu den Fischen.

Dieser Satz war sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass die Bezahlung für die harte Arbeit in der Fischfabrik auch äußerst gering war und dazu noch Saisonarbeit. Besonders schlecht bezahlt war diese Arbeit für Frauen. Aber in Altona und auch in Ottensen lebte man lange vom Fisch. Altona galt als europäische Fischhauptstadt und war um 1900 Deutschlands größter Fischereiumschlaghafen.

Der Spruch „Ohne Not geht keiner zu den Fischen“ blieb bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg ein gängiger Ausspruch. Auf den nordischen Filmtagen 2020 lief der Film „Heringe vom laufenden Band“, der die mühsame Arbeit bei der Fischverarbeitung bis zur Erfindung von Entgrätungsmaschinen zum Thema hat. Diese kamen aber erst ab den 1950/60 er Jahrenzum Einsatz, zu dieser Zeit saßen längst sogenannte Gastarbeiterinnen am Band.

Frauen bei der Fischarbeit – Wandmalerei

Dieses Bild ist am Gebäude von Hummer Pedersen zu bestaunen:

Ottensen

1640 gehörte Ottensen zu Dänemark, nach dem Deutsch-Dänischen Krieg knapp 200 Jahre später ging der Ort an die preußische Provinz Schleswig-Holstein. Ottensen stieg zu einem bedeutenden Industriestandort Norddeutschlands auf, kein Wunder, anders als Altona und Hamburg lag der Ort innerhalb der Grenzen des Deutschen Zollvereins. Im Jahr 1889 ging Ottensen dann an Altona. 1938 wurden beide Orte dann in Zuge des Groß-Hamburg-Gesetz eingemeindet.

Bei den Fischen

 

Julia

 

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